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Absicherung im Pflegefall: Wege zur Pflegevollversicherung mit der Pflegezusatzversicherung

Datum
13.04.2026

Titel
Absicherung im Pflegefall: Wege zur Pflegevollversicherung mit der Pflegezusatzversicherung

Inhalt

Die Pflegelandschaft in Deutschland steht vor einer Reihe von Herausforderungen: von der zunehmenden Knappheit personeller Ressourcen bis zur Finanzierung im demografischen Wandel. Der Beitrag zur Sozialen Pflegeversicherung (SPV) ist in den letzten Jahren stetig gestiegen und beträgt für Mitglieder ohne Kinder 4,2 Prozent. Gleichzeitig erhöhen sich die selbst zu tragenden Eigenanteile im Pflegefall kontinuierlich (mittlerweile 3.500 Euro/Monat im Bundesdurchschnitt). Bei der Pflegefinanzierung brennt die Kerze somit an beiden Enden.

Befeuert wird die Problematik durch die steigende Zahl von Leistungsempfängern, denen immer weniger erwerbstätige Beitragszahler gegenüberstehen. Waren 2018 deutschlandweit 3,8 Millionen Menschen pflegebedürftig, betrug die Zahl 2024 bereits mehr als 5,6 Millionen und nach einer aktuellen Studie wird sie bis 2050 auf 8,7 Millionen steigen. Zugleich wird bereits bis 2035 jede vierte Person in Deutschland 67 Jahre oder älter sein und damit nicht mehr im erwerbstätigen Alter. Die Finanzierungsfrage verschärft sich somit weiter.

Derzeit wird auf Basis von Vorschlägen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe des Bundesministeriums für Gesundheit („Zukunftspakt Pflege“) eine Reform der Pflegeversicherung vorbereitet. Ein Ziel ist dabei die finanzielle Stabilität. Allerdings wird die gesetzliche Pflegeversicherung weiterhin nur einen Teil der Pflegekosten übernehmen. Private Vorsorge für das Pflegerisiko bleibt somit weiterhin wichtig.

Dennoch stagnieren die Bestandszuwächse in der Pflegezusatzversicherung in den vergangenen Jahren. Im Ergebnis hatten Ende 2024 erst ca. 5,4 % bzw. 4,5 Millionen Personen eine zusätzliche Absicherung für den Pflegefall abgeschlossen. Ein Grund für die Kaufzurückhaltung scheint zu sein, dass Verbraucher die finanzielle Belastung einer Pflegezusatzversicherung scheuen. Dies ging ebenfalls aus einer Allensbach-Untersuchung hervor, in welcher 55 % der gesetzlich Versicherten als Hauptgrund gegen den Abschluss einer Pflegezusatzversicherung angaben, dass die Ausgaben dafür zu hoch seien. Allerdings schätzen die meisten Befragten die Beiträge zu einer Pflegezusatzversicherung deutlich zu hoch ein. In derselben Umfrage bezifferten die Verbraucher den Beitrag für eine gute Absicherung im Pflegefall bei durchschnittlich zwischen 260 und 280 €.  Dass eine gute Absicherung im Pflegefall schon zu deutlich günstigeren Beiträgen zu haben ist, zeigt die vorliegende Analyse.

Aufgrund dieser Entwicklungen haben wir unsere Vorjahresstudien aktualisiert. Dabei stellen wir im Folgenden zunächst einmal die verschiedenen Produktlösungen und ihre individuellen Besonderheiten vor. Hierbei erläutern wir auch, worauf der Kunde beim Abschluss einer Pflegezusatzversicherung achten sollte, damit diese auch im eventuellen Pflegefall, der in aller Regel erst Jahrzehnte später auftritt, noch bedarfsgerecht ist. Darüber hinaus ermitteln wir anhand von Rechenbeispielen, welche monatlichen Beiträge vonnöten wären, um die derzeit bestehende Pflegelücke mit Hilfe einer Pflegezusatzversicherung zu schließen.